Der Fall des US-Dollar Fontgröße
db1sb schreibt um 08:28:56 am 06.12.2008 PM | antworten

Es mehren sich die Anzeichen, dass der US-Dollar als Weltleitwährung abgelöst wird. Momentan können sich das die Experten zwar nicht vorstellen, aber die konnten sich auch nicht vorstellen, dass der Ölpreis innerhalb kürzester Zeit regelrecht kollabieren kann, anstatt auf 200 US$ pro Barrel zu steigen. Wie bei alle Krisen braut sich das explosive Gemisch schon lange vorher zusammen, von den meisten Marktteilnehmern zwar bemerkt aber als irrelevant eingestuft, bis dann der berühmte Funke ins Spiel kommt - und das Gebäude in kürzester Zeit in die Luft fliegt.

 

Ich denke, dass folgende Tatsachen höchst bedenklich sind:

  • Die USA ist technologisch nicht mehr in der Lage, auf den Mond zu fliegen. Innerhalb einer Generation ist das Wissen über wichtige Details verloren gegangen, Pläne gibt es nicht mehr und die damals beteiligten Wissenschaftler sind "deaktiviert", der Wissenstransfer wurde unterbrochen. Es ist kein Gerücht, dass Asien und das "alte Europa" die Technologieführerschaft hinsichtlich Ausführung, Kosten und Qualität in vielen Bereichen übernommen hat. Sogar in der technisch wenig anspruchsvollen Automobilindustrie haben die Amis die Marktführerschaft schon seit Jahren an Europa und Japan abgegeben.
  • Großteile der Bevölkerung sind bildungsresistent. So denkt die Mehrzahl der Amerikaner, dass Europa eine Stadt sei. Wer jetzt den Kopf schüttelt: Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung besitzt überhaupt einen Reisepass und hat das Land jemals verlassen.
  • Die energetische Infrastruktur in den USA ist marode. Investitionen in die Erneuerung der Stromnetze sind seit Jahren lausig niedrig, Stromausfälle und Blackouts ganzer Landstriche mehren sich. Strom kommt allerortens über Holzmasten zu den Häusern. Mich erinnern die Bilder vieler Vorstädte in den Staaten an Deutschland von vor 30 Jahren.
  • Der Verschuldungsgrad des Staates und seiner Bürger ist bedenklich hoch. Wir sprechen von Billionen, also tausenden von Milliarden US$ Schulden, die nie mehr zurückgezahlt werden können. Seit Jahrzehnten lebt das Volk über seine Verhältnisse, dank Kreditkarten und Chinesen, die sich in eine unglückliche Abhängigkeit zum amerikanischen Konsumenten gebracht haben. Sie haben nun Massen an Dollars angehäuft, für die sie einen Dummen als Abnehmer finden müssen.
  • Das letzte Aufbäumen der USA als Weltmacht zeigte sich in dem gescheiterten Versuch, im Irak Weltpolizei zu spielen und eine offene Rechnung des alten Bush"s durch seinen Junior zu begleichen. Das Ergebnis kann ich nur als hochnotpeinlich und desaströs bezeichnen - ein Rohrkrepierer erster Klasse.

Und wenn ich mir die Weiter-so-ach-du-brilliantes-hochwohlgeborenes-Amerika-von-Gottes-Gnaden-Reden des neuen Demagogen und Stimmenfängers minderbemittelter Schichten anhöre, dann hat sich meine Hoffnung eines Neuanfangs durch eine schonungslose Selbstanalyse schon zerschlagen. Nein - Die geballte Dummheit und Ignoranz wird dazu führen, dass die Weltgemeinschaft den USA eines Tages nicht mehr zutraut, die Zukunft erfolgreich zu meistern. Dieser Vertrauensverlust wird dann ganz schnell auf die Währung der USA überspringen und dazu führen, dass eine Flucht in den EUR, SFR und YEN einsetzen wird. In diesem Moment wird der US$ auf den Brennwert seines Papiers reduziert werden.

 

Als nicht kreditwürdiger Schuldner wird die USA, wie bereits Süd-Amerika heute, sehr hohe Zinsen zahlen müssen, um noch Geld ins Land zu locken. Erst wenn der Amerikaner wieder mehr arbeitet und spart, als er verkonsumiert, wird es evtl. mit dem Land wieder aufwärts gehen.

 

Allerdings sind Hochkulturen auch schon gänzlich aus der Geschichte verschwunden, als sie den Zenit überschritten hatten. Man studiere die Geschichte und den Untergang der Hochkulturen der Mayas, Ägypter und Römer zum näheren Verständnis der Ursachen. Und wer meint, dass Größe allein vor einem Untergang bewahrt, nehme sich die Titanic oder Dinosaurier zum Vorbild.

ADMIN schreibt um 10:11:42 am 10.12.2008 PM | antworten

Unter http://boerse.ard.de/content.jsp?key=dokument_325408 wird eine ähnliche Meinung vertreten: Die nächste Krise könnte die Dollar-Krise sein!

ADMIN schreibt um 15:54:49 am 15.12.2008 PM | antworten

Hier ein kurzes Zitat aus der Wirtschafts-Prognose für 2009 vom Trendforscher Celente:

 

"Amerika hat sich in ein Land voller Weicheier verwandelt, sie können gar nichts selber machen, sie können nur konsumieren, leben in grossen Häusern, fahren grosse Autos und sind selber gross und fett geworden. Sie können einfach nicht aufhören über ihre Verhältnisse zu leben. Sie verbrauchen zu viel Essen, Energie und Raum. Sie wissen nicht wie man bescheiden lebt. Jetzt ist die Party vorbei und den Gürtel enger schnallen wird sehr schmerzhaft werden. Wir haben eine wachsende Schicht von völlig verarmten, was wir so noch nie hatten. Es ist erschreckend. Wir werden eine sehr hohe Arbeitslosigkeit haben, mehr als bei der letzten Depression."


 

Der ganze Bericht über die Folgen der Finanzkrise ist unter http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2008/12/interview-mit-gerald-celente.html nachzulesen.

db1sb schreibt um 19:07:39 am 23.05.2009 PM | antworten
Heute titelt das Handelsblatt:Bonitätsbestnote in Gefahr

Große Sorgen um Kreditwürdigkeit der USA

Nach der Warnung vor einer Bonitäts-Herabstufung Großbritanniens wächst zunehmend auch die Sorge um die Kreditwürdigkeit der USA. Die Märkte reagierten prompt: Die Erholung am Aktienmarkt in Europa und in den USA wurde ausgebremst. Und auch der Dollar blieb unter Druck. 

Artikel lesen

ADMIN schreibt um 10:03:00 am 30.04.2010 PM | antworten
Um von den amerikanischen Problemen abzulenken, haben nun die dort ansässigen Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit von Griechenland, Portugal und Spanien heruntergestuft. Als ein erster Erfolg ist zu vermerken, dass die Zinssätze für deren Staatsanleihen nun sprunghaft ansteigen und der Euro schwächer Richtung 1.31 USD tendiert.  




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