Von Zeit zu Zeit stieg bei uns der Wasserdruck in der Wasserleitung so stark, dass das Manometer im Keller Endausschlag zeigte. Wenn man dann einen Wasserhahn öffnete, entlud sich der Wasserdruck explosionsartig um gleich darauf auf normale 3-4 Bar zurückzugehen.
Nachfrage bei den Wasserwerken ergab, dass der eingespeiste Druck bei 55 m Wassersäule (Druckbehälter am Berg) entsprechend 5.5 Bar liege und der Überdruck von >12 Bar nicht von außen kommen könnte. Auch ein Defekt des Druckminderers konnte ausgeschlossen werden, da es erst vor kurzem gewechselt worden war.
Nach einiger Zeit stellte sich heraus, dass dieses Phänomen immer nach Entnahme einer größeren Menge von Warmwasser auftrat. Was passierte da? Der Warmwasserspeicher wurde mit 4 Bar kaltem Wasser wieder aufgefüllt und heizte auf. Da sich dabei das Wasser ausdehnte, stieg der Druck an. Er kann aber nun nicht ins Leitungsnetz zur Straße entweichen, weil der Druckminderer auf diese Seite hin wie ein Rückschlagventil wirkt.
Wohin soll der Druck dann entweichen? Tatsächlich gibt es ein Überdruckventil in jedem Leitungssystem, das direkt in einem Wasserablauf zur Kanalisation hin endet. Wenn dieses Sicherheits-Ventil verkalkt oder nicht mehr funktionsfähig ist, dann kommt es zu einem für das Leitungsnetz sehr gefährlichen Hochdruck. Andererseits kann das Ventil aber auch nicht mehr dicht schließen und man verliert ständig Wasser. Wenn kein Verbraucher geöffnet ist und der Wasserzähler sich trotzdem dreht, sollte man an diese Möglichkeit denken.
