Wie werde ich die Alkoholabhängigkeit los? Fontgröße
ADMIN schreibt um 14:46:02 am 21.11.2008 PM

Mit der Erkenntnis, dass Sie fremde Hilfe benötigen, haben Sie schon den ersten wichtigen Schritt getan. Gehen Sie nun zu Ihrem Arzt und bitten Ihn um Überweisung in eine Entzugseinrichtung. In der Regel ist das eine spezialisierte Klinik, wo Sie 1 Woche bleiben und mit Hilfe von Distraneurin oder anderen Mittelchen fachmännisch trockengelegt werden. Bis zum Termin können Sie noch Ihre letzten Vorräte wegtrinken. Sorgen Sie auf jeden Fall dafür, dass Ihr Haus bei der Rückkehr aus der Klinik alkoholfrei ist.

 

Wenn Sie sternhageldicht sind, können Sie sich auch "notfallmäßig" von einem Angehörigen dorthin fahren lassen und werden nicht abgewiesen werden. Besonders in der kalten Jahreszeit füllen sich die Kliniken auf diese Weise, wobei den Zubringerdienst dann meist die Polizei erledigt.

 

Vergessen Sie nicht Ohrenstöpsel für die Nacht und etwas zum Lesen. Um Gesprächspartner brauchen Sie sich nicht zu kümmern, unter der Sonne des Herrn gibt es gleichviele Säufer und Säuferinnen, einfach oder kompliziert gestrickt.

 

Wer sich dem Risiko eines Krampfanfalles mit Todesfolge aussetzen möchte, kann auch in häuslicher Umgebung das Trinken einstellen. Alkohol ist in dieser Hinsicht viel heimtückischer und gefährlicher als Heroin. Selbst wenn Sie schon mehrere Trinkpausen in Eigenregie gemeistert haben, ist noch lange nicht ausgemacht, dass es auch diesmal wieder gut gehen wird!

 

Im Grunde braucht Ihr Körper nach 1 Woche keinen Alkohol mehr. Die Hände haben aufgehört zu zittern und auch der Blutdruck ist auf einem guten Weg. Wenn da nicht Ihre Psyche wäre. Für die Pflege dieser werden Sie jetzt eine ganze Menge Zeit opfern müssen, wenn der Erfolg dauerhaft sein soll. Rechnen Sie damit, die nächsten 4-6 Monate Ihren Arbeitsplatz nicht mehr zu sehen. So lange dauert eine stationäre Entwöhnungsbehandlung. Diese wird vom Rentenversicherer bezahlt, nachdem der Antrag bewilligt wurde. 

 

Befindet sich in Ihrer Nähe eine Tagesklinik, können Sie auch eine ambulante Entwöhnung beantragen. Die Anforderungen für eine Genehmigung sind da höher, weil sich der Patient in einem stabilen Umfeld befinden muss. Schließlich fährt er jeden Abend wieder nach Hause und könnte dort rückfällig werden.

 

Wenn Sie das alles hinter sich gebracht haben, sind Sie noch lange nicht über dem Berg. 2 von 3 Trinkern werden bereits im ersten Jahr wieder rückfällig, selbst nach gründlicher Aufarbeitung und Endlagerung ihres Seelenmülls. Sie ahnen schon, dass der Weg zur Abstinenz mit zahlreichen Rückschlägen gepflastert sein kann.

 

In jedem Fall haben Sie die Freiheit, wieder mit dem Trinken anzufangen. Verbieten kann es Ihnen niemand. Insofern verbauen Sie sich nix, wenn Sie morgen den 1. Schritt zum Arzt Ihres Vertrauens wagen.

 

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