Schulden über Schulden Fontgröße
db1sb schreibt um 12:37:01 am 30.03.2009 PM

Deutschland:

Im Jahr 2008 wurden 1600 Milliarden Euro Staatsschulden erreicht. Addieren wir die jüngste 470-Euro-Milliardenspritze für die deutschen Banken hinzu, so liegen wir bereits im Bereich von 2 Billionen Euro. Und selbst das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange: Das statistische Bundesamt in Wiesbaden bezifferte die deutsche Gesamtstaatsverschuldung (also Schulden der Bürger und Firmen dazuaddiert) bereits 2005 auf sagenhafte 7,5 Billionen Euro. Die Verschuldung pro Kopf beträgt damit fast 100.000 EUR.

 

USA:

Die USA haben inzwischen über 51 Billionen US$ an Schulden angehäuft.

Die Unternehmen sind davon mit 25 Billionen Dollar verschuldet. Die Verschuldung der privaten Haushalte liegt bei 14 Billionen Dollar, das verfügbare jährliche Einkommen aber nur bei 8 Billionen.

 

Das ist ein privater Verschuldungsgrad von 14/8=175%. Vor 20 Jahren waren die Bürger noch mit 100% verschuldet. Da inzwischen ein Großteil des privaten Einkommens für die Dinge des täglichen Lebens verwendet werden müssen und überhaupt nicht zur Schuldentilgung eingesetzt werden können, macht die Entwicklung so brisant!

 

Wenn man alle heute bekannten privaten und öffentlichen Schulden der USA durch die Zahl der Einwohner teilt, kommt man auf 360.000 US$ pro Kopf

 

Die absolute Verschuldung an sich ist wenig aussagekräftig, wichtiger ist das Verhältnis der Verschuldung zum BIP, also der Wirtschaftskraft eines Staates. Hierzu habe ich eine schöne Graphik bei www.jjahnke.net gefunden:

 

rel. Verschuldung der wichtigsten Staaten

 

Wenn man nur die Staatsschulden betrachtet, sieht es für die USA nicht einmal so schlecht aus. Im Gegensatz zum Japaner hat der Durchschnitts-Amerikaner aber per Saldo kein Vermögen sondern Schulden. Das relativiert dann obige Graphik wieder. 

 

 

Aus den Daten kann man schließen, dass bei konstantem BIP eine Währungsreform bei unveränderten Rahmenbedingungen (BIP, Zinsniveau, Währungsparitäten) noch nicht unmittelbar bevorsteht. Sollte es den Notenbanken aber nicht gelingen, das ausgereichte Kapital nach der Krise wieder einzufangen -was in der Geschichte übrigens noch nie gelungen ist- kann es zu einem gewaltigen Vertrauensverlust in das globale Währungssystem kommen. Dann dürfte der Goldpreis dauerhaft über 1000 USD / Unze notieren und das Anlegervermögen über diese schwierigen Zeiten sichern.

 

<ZURÜCK>

db1sb schreibt um 16:49:55 am 11.09.2009 PM
Einen interessanten Artikel über Japan in der Schuldenfalle und mögliche Szenarien der Enteignung seiner Bürger findet man unter http://www.handelsblatt.com/politik/international/japan-suechtig-nach-schulden;2451557



Seite bookmarken bei:
del.icio.us Mister Wong Folkd OneView Linkarena Google Yahoo MyWeb BlinkList Furl YiGG
 
[Impressum | Datenschutzerklärung]